Nachbericht – Fridays gegen Altersarmut

Freitag den 17.01.2020 um 15.30 begannen die Organisator*innen von Fridays gegen Altersarmut in der Fußgängerzone der Lange-Straße 8, eine Mahnwache. Unter ihnen Hartmut Bock, welcher als „Ansprechpartner“ auftritt. Offizieller Beginn war 16 Uhr, zu diesem Zeitpunkt waren etwa 8 Personen vor Ort. Kurz darauf stieß der AfD-Politiker Andreas Paul hinzu und wurde herzlich begrüßt. Passant*innen ließen sich wenig von den kleinen bedruckten Tafeln und Grablichtern der Mahnwache beeindrucken.
Beobachter*innen der Szenerie gingen zu der Gruppe, um sie auf die Anwesenheit des AfD-Polikers hinzuweisen. Schnell entstand ein Streitgespräch. In dessen Verlauf Eberhard Lüder die Opferzahl des Holocaust infrage stellte und damit die Shoah relativierte. Lüder ist als Aktivist der Oldenburger Gelbwesten bekannt, einer gescheiterten Formirrung, die aus älteren Verschwörungsideolog*innen, Mitgliedern der AfD bis hin zu Personen der militanten Neonaziszene besteht.

Die anderen Teilnehmer*innen hatten mit den Äußerungen Lüders kein Problem, sondern viel mehr mit der darauf geäußerten Kritik von Passant*innen. Andreas Paul erkannte den Ernst der Lage eines drohenden Imageschadens und verließ den Ort des Geschehens. Auch Lüder verließ die Versammlung schnell. Kurz darauf trafen 2 Polizeibeamte ein. Sie verweilten in der Situation anstand sich um den noch in Sichtweite befindlichen Lüder zu kümmern. Später wurde dann noch eine Anzeige aufgenommen. Im weiteren Verlauf kamen weitere Beamte hinzu.

Nach einiger Zeit verließen die Beamt*innen die Mahnwache und begnügten sich damit gelegentlich Streife bei der Mahnwache zu laufen. Sogleich kam Andreas Paul wieder hinzu um weiter Werbung in eigener Sache zu machen. Gegen 19 Uhr wurde die Veranstaltung wie angekündigt beendet.

Nachgang und Fazit

Nach wenigen Stunden postete Andreas Paul in den sozialen Medien ein Foto von der Mahnwache worauf er mit Lüder zu sehen ist, nur um es kurze Zeit später wieder zu löschen. Was ist der Grund hierfür? Möchte sich das Gesicht der hiesigen AfD nicht mit Holocaust-Relativierern zeigen? Oder ist ihm erst später aufgefallen, dass er damit zur Strafverfolgung beitragen könnte?
Andreas Paul benutzt „Fridays gegen Altersarmut“ um die AfD als soziale Protestpartei zu inszenieren. Und weil es dabei ums eigene Süppchen geht, nimmt er auch Reißaus bevor das Image Schaden nehmen könnte.
Aber wie schaut es mit der Oldenburger Ortsgruppe von Fridays gegen Altersarmut aus? Warum lassen sie sich so bereitwillig vor den Karren spannen obwohl sie im Stich gelassen werden, sobald es für Herrn Paul unangenehm zu werden scheint? Warum lösen die Aussagen Lüders keine Reaktionen außer Schulterzucken bei ihnen aus? Offenbar ist die AfD ein gern gesehener Gast bei „Fridays gegen Altersarmut“.


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