Sexismus die Bühne nehmen

Am 21. und 22. Oktober 2016 performt mal wieder der Comedian Mario Barth seine fast ausverkaufte Show „Männer sind bekloppt, aber sexy“ in Oldenburg in der EWE Arena.
Am 22.10.2016 wurde dort aus diesem Grund ein Transparent für die Besucher_innen aufgehängt.
Mario.Barth

Im folgenden die Stellungnahme:

Auch wenn Mario Barth in vielen Kreisen quasi als Schimpfwort für chauvinistischen Stumpfsinn eingekehrt ist erschreckt uns doch, dass seinen Auftritten kaum einmal eine negative Reaktion vorausgeht oder folgt und die Tickets für Freitag, den 21.11. in Oldenburg so schnell ausverkauft waren, dass ein zweiter Termin am Tag drauf geschaffen werden musste. Den Anklang, den Barth findet, sowie der fehlende Widerstand darf nicht weiter ignoriert werden.
Die Auftritte Mario Barths und seine Rhetorik waren schon immer von Vorurteilen und den plattesten gesellschaftlichen Kategorien durchsetzt. So zum Beispiel „Sketche“, in der er einen vermeintlich homosexuellen Steward als gesellschaftlich nicht tragbar hinstellt und Frauen pauschal auf Sexobjekte reduziert, als nicht technikaffin und Männern gegenüber generell unterlegen hinstellt, bestimmen sein Programm. Ein Programm was Anklang findet, obwohl es nicht nur daneben, sondern auch stinklangweilig ist, da es aus dem stumpfesten Männer-vs.-Frauen-Konstrukt besteht. Wenn Barth als Person des öffentlichen Lebens dann doch mal von seinem Klassenclown Gehabe runter kommt, um eine ernste Sache anzusprechen, wie nach den Anschlägen in München, wird es noch peinlicher und gruseliger. Er verfasste einen Facebook-Post, der seine intellektuelle und politische Nähe zu Populist_innen und „besorgten Bürgern“ deutlich macht.
Das Propagieren dieser Ressentiments, vor allem im Schutzmantel des Humors a la „darüber wird man ja noch lachen dürfen!“ ist nicht tragbar!
Barth und seine Fans fördern und zementieren damit aktiv die Salonfähigkeit dieser diskriminierenden Klischees.
Wir protestieren gegen Mario Barths äußerst fragwürdigen und sexistischen Äußerungen und die in Wechselwirkung stehende gesellschaftliche Verrohung!
Gegen den sexistischen Normalzustand!


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