„Die Herbstoffensive“ der AfD in Oldenburg – rechter Propaganda in Hundsmühlen entgegentreten!

Update:

AfD-Veranstaltung in Oldenburg abgesagt – Neuer Ort: Wolthausen bei Celle

Nachdem das Gasthaus Wöbken die AfD nach einem Demonstrationsaufruf von Antifaschist*innen ausgeladen hat, konnte offenbar in der Kürze der Zeit kein Ausweichort organisiert werden, so dass die Veranstaltung ins das ca. 160km entfernte Wolthausen verlegt werden musste.

Die AfD ist eine rassistische, antifeministische, homophobe und rechtspopulistische Partei.
Derzeit führt die AfD ihre sogenannte „Herbstoffensive“ mit den Themen „Asylchaos und Eurokrise“ stoppen. Gestartet wurde diese Offensive u.a. mit großen Demos in Thüringen und Infoveranstaltungen wie die hier in Oldenburg geplante. An diesen Demos in Thüringen nahmen bis zu 8.000 AfD-Anhänger*innen, rassistische Bürger*innen und Neonazis teil. Gefordert wurde u.a. die Abschaffung des subjektiven Rechtsanspruchs auf Asyl. Außerdem wurde dem faschistischen Regierungschef Ungarns, Viktor Orbán, für seine menschenverachtende Grenzziehung zu Serbien gedankt. Generell wird die Schließung der deutschen Grenzen und eine schnellere Abschiebung von Geflüchteten gefordert. Konsequenterweise wird von den Redner*innen dann auch in bester völkischer Tradition eine deutsche „Schicksalsgemeinschaft“ konstruiert, welche nur durch eigenes Handeln gerettet werden könne.

Ihren homophoben Charakter zeigte die rechtspopulistische Partei in Thüringen. Im Landtag wollte die AfD beispielsweise wissen, wie viele homosexuelle Menschen in Thüringen leben. Grund für diese Anfrage war ein geplantes Antidiskriminierungsprogramm des Landes. Anstatt Programme gegen die Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen zu unterstützen, verlangt die AfD Listen über Menschen mit homosexueller Orientierung.

Die AfD Oldenburg-Ammerland – ein Sammelbecken rechter Strömungen?

Auch der AfD Kreisverband Oldenburg-Ammerland weist deutlich rechte Tendenzen auf. Ein Beispiel hierfür ist Gerhard Vierfuß, welcher seit 2007 Teil der Redaktion der Zeitung „Junge Freiheit“ ist. Diese Zeitung bildet eine Scharnierfunktion zwischen einem neonazistischen und einem rechtskonservativen Spektrum. Aber auch Detlef Suhr ist eine Personalie im Vorstand, welche durchaus zu denken geben sollte. Suhr ist Pressesprecher der „Agnes-Miegel-Gesellschaft“. Die „Agnes-Miegel-Gesellschaft“ hat sich das Ziel gesetzt, das Andenken der Dichterin Agnes Miegel (1879-1964 ) zu wahren. Miegel war Nationalsozialistin und trat beispielsweise 1937 der „NS-Frauenschaft“ bei und schrieb Gedichte, in denen sie Adolf Hitler verehrte. Miegel distanzierte sich auch nach dem 2. Weltkrieg nicht vom Nationalsozialismus. Kritiker*innen Miegels drohte Suhr u.a. schon mit strafrechtlichen Konsequenzen wegen der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Dass die AfD Oldenburg-Ammerland Suhr im Vorstand hat, welcher Pressesprecher in einem Verein ist, der im Vertriebenen-Milieu einzuordnen ist und es sich zur Aufgabe gemacht hat, Lobbyarbeit für eine verstorbene nationalsozialistische Dichterin zu machen, spricht Bände. Ein weiteres Vorstandsmitglied im Oldenburger Kreisverband ist Mario Olssen. Olssen ist neben seiner Tätigkeit im Vorstand der AfD-Oldenburg-Ammerland auch Schatzmeister der „Jungen Alternative Niedersachsen“, der Jugendorganisation der Partei. Der Funktionär bezeichnet die Neonazis der „Identitären Bewegung“ auf Facebook als „wunderbare Menschen“ und den österreichischen Sänger und Travestiekünstler Conchita Wurst als „biologischen Müll“. Letztlich bleibt festzustellen, dass das Personal des Vorstandes der AfD Oldenburg-Ammerland ein Milieu menschenverachtender Orientierungen versammelt.

Rechte Referenten

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die AfD Oldenburg-Ammerland die Absage des umstrittenen Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke bedauert. Seine Positionierung wird mit der der „Identitären Bewegung“ verglichen. Auch besitzt Höcke, dem getrost ein völkisch-rassistisches Weltbild unterstellt werden kann, kaum Berührungsängste gegenüber der NPD.

Stattdessen konnte der regionale AfD-Ableger Marcus Pretzell als Referenten gewinnen. Das Mitglied des Europaparlaments und der Landessprecher des Landesverbands NRW trat schon gemeinsam mit dem UKIP-Vorsitzenden Nigel Farage auf einer Veranstaltung der „Jungen Alternativen“ auf. Die „UK Independence Party“ (UKIP) ist eine rechtspopulistische Partei aus Großbritannien. Pretzell referiert im Rahmen der „Herbstoffensive“ über die Thematik „Asyl & Zuwanderung, Schulden-Euro und Bürgerrechte“.

Wir rufen für Freitag, den 23. Oktober 2015 dazu auf, sich gegen die AfD und ihre rassistische Hetze zu stellen. Kommt um 17:45 Uhr vor das Hotel Wöbken an der
Hundsmühler Str. 255, 26131 Oldenburg.